Herr Buser, ist das wirklich zu viel verlangt?

Eine leider von der Baz vergessen geratene und deshalb nie abgedruckte Replik auf Christoph Busers Analyse der Wahlplattform der SP Schweiz, 3. März 2015

In seinem Kommentar in der Basler Zeitung vom 3. März kommentiert Christoph Buser die Wahlplattform 2015 als „ziemliche Katastrophe“ und die SP als „Jobkiller“. Die Begründung: die SP fordert einen erhöhten Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmende und Langzeitarbeitslose. Buser empört sich unter anderem darüber, dass zukünftig bei einer Kündigung eine Begründungspflicht bestehen soll. Sehr geehrter Herr Buser, ist das wirklich zu viel verlangt?

Ältere Arbeitsnehmende tragen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung entscheidend zum Wohlstand und Fortschritt der Schweiz bei. Doch sie stehen zunehmend unter Druck, denn alles muss stets produktiver, flexibler, schneller und günstiger werden. Bei einer Kündigung im höheren Alter ist es praktisch unmöglich, eine neue Stelle zu finden. Wir müssen dieser Tatsache Rechnung tragen. Menschen sind mehr als Kostenfaktoren und es ist die Aufgabe der Politik, ihren Schutz innerhalb unserer Wirtschaftsordnung hochzuhalten.

Die Forderungen der SP sind deshalb und gerade angesichts der Aufhebung der Euro-Franken-Untergrenze aktueller denn je. Die Kosten der Fehlleistung der SNB werden nämlich gänzlich auf die ArbeiterInnen abgewälzt. Etliche Firmen haben bereits Angestellte entlassen oder zahlen die Löhne verbotenerweise in Euro aus. Und welche Rezepte präsentieren die Bürgerlichen? Sie wollen die Löhne senken, den Kündigungsschutz schwächen und auf die Energiestrategie 2050 und somit den Atomausstieg gänzlich verzichten.

Ich frage mich, Herr Buser, was ein Atomkraftwerk der Schweizer Wirtschaft und der Bevölkerung angesichts der Aufhebung der Euro-Franken-Untergrenze bringen soll. Ein starker Kündigungsschutz, hohe Renten, die Lohngleichheit von Frau und Mann, bezahlbarer Wohnraum, eine erneuerbare Energiezukunft und ein gerechtes Steuersystem hingegen sind gute Rezepte für eine nachhaltige Wirtschaft und eine fortschrittliche Schweiz.

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