Feminismus: Wirtschaftliche Teilhabe für alle.

Feminismus bedeutet Freiheit für alle, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexuellen Vorlieben oder Nationalität. 48 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts gehört die Schweiz noch immer zu den europäischen Schlusslichtern der Gleichstellung. Ich will das ändern.

Gemeinsam haben Frauen die Macht, die Welt zu verändern. Und das ist dringend nötig. Denn Frauen leisten heute gleichviel oder mehr Arbeit wie Männer und trotzdem erleben sie eine mehrfache ökonomische Ungleichheit. Frauen arbeiten oft in stark unterbezahlten Berufen mit schwierigen bis prekären Arbeitsbedingungen. Zudem leisten sie den grössten Anteil der unbezahlten Erziehungs-, Betreuungs-, Haus- und Familien-Arbeit. Obwohl die sogenannte Pflege- und Sorgearbeit die Grundlage unseres menschlichen Zusammenlebens bildet, gilt sie bis heute nicht als „richtige“ Arbeit. Und sogar in gut entlöhnten Berufen werden Frauen schlechter bezahlt. Denn je mehr die Lohnhöhe zur Verhandlungssache wird, desto weniger verdienen Frauen im Vergleich zu

Männern in derselben Position. All diese Tatsachen führen im Alter dazu, dass Frauen stärker von Altersarmut betroffen sind. Es entstehen Lücken in ihrer beruflichen und privaten Vorsorge, weil sie unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit leisten und weil sie tiefere Löhne erhalten. Auch aus diesem Grund ist die Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) aus feministischer Perspektive eine der wichtigsten Errungenschaften in der Schweizer Geschichte. Frauenliebende Frauen sind zusätzlich benachteiligt. Sie dürfen bis heute nicht heiraten und erhalten keine Witwenrente beim Tod der Partnerin. Women of Color und Frauen ohne Schweizer Pass erleben diese ökonomische Ungleichheit nochmals verstärkt durch Rassismus.

Es wird Zeit, dass unsere Arbeit anständig bezahlt, Pflege- und Care-Arbeit anerkannt, die 24-Stunden-Betreuung verboten und die AHV ausgebaut wird. Es wird Zeit, dass frauenliebende Frauen heiraten dürfen und die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare erhalten. Es wird Zeit, dass Gewalt gegen Frauen nicht mehr als Kavaliersdelikte gelten und unser Nein akzeptiert wird. Gemeinsam haben Frauen die Macht, die Welt zu verändern. Dafür setze ich mich als überzeugte Feministin und linke Ökonomin ein.

→ Auftritt im Telebasel Talk zu #MeToo

→Gesundheitsbericht zu LGB-Menschen

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